27.10.2026

Dietzenbach wird zum Lernlabor: Schüler:innen entwickeln mit echten Stadtdaten Ideen für die Stadt von morgen

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Jan Huebner

Dietzenbach/Bad Homburg, 27. Oktober 2026.

Wie soll Dietzenbach 2035 aussehen? Wie wollen Jugendliche sich künftig durch ihre Stadt bewegen? Wie kann intelligente Straßenbeleuchtung Sicherheit schaffen und gleichzeitig Energie sparen? Wo braucht eine Stadt mehr Grün? Und wie smart wollen wir eigentlich leben?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich Schüler der Ernst-Reuter-Schule Dietzenbach im Projekt „DigitalSchoolStory – Medienkompetenz am Beispiel Smart City in Dietzenbach“. Unter der Leitidee „Dietzenbach heute verstehen – Zukunft mitgestalten“ arbeiten die Jugendlichen mit realen Daten, Konzepten und Fragestellungen ihrer Stadt.

Das Projekt verbindet Smart City, Daten- und Medienkompetenz mit demokratischer Teilhabe. Umgesetzt wird es gemeinsam von der Ernst-Reuter-Schule, der Kreisstadt Dietzenbach und DigitalSchoolStory. Die Finanzierung erfolgt über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Redaktionell begleitet die Offenbach-Post das Schulprojekt im Rahmen ihres Programms „Medienkompetenz heute!“.

Die eigene Stadt wird zum Unterrichtsgegenstand

Die Besonderheit: Die Schüler arbeiten nicht mit konstruierten Beispielen, sondern mit Daten und Themen aus ihrem unmittelbaren Lebensumfeld.

Seit Ende 2024 wird beispielsweise der Verkehr an elf Standorten in Dietzenbach erfasst. Die Daten geben unter anderem Aufschluss über Verkehrsbewegungen von Pkw, Lkw, Fahrrädern und Motorrädern, Durchschnittsgeschwindigkeiten sowie Unterschiede zwischen Tageszeiten und Wochentagen.

Auch die intelligente Straßenbeleuchtung wird zum Lerngegenstand. Schon 440 Leuchten wurden Ende 2024 auf energiesparende LED-Technologie umgestellt. In ausgewählten Bereichen reagiert die Beleuchtung adaptiv auf erkannte Bewegung. Dadurch lassen sich Fragen nach Energieverbrauch, Verkehrssicherheit, Sicherheitsgefühl und Naturschutz miteinander verbinden.

Für Klima- und Umweltthemen können die Jugendlichen unter anderem mit Bodenfeuchtedaten, Klimakarten, Informationen zu Begrünung und Entsiegelung sowie Daten zu Photovoltaik und Energie arbeiten. Ergänzend stehen öffentliche Klimaschutzkonzepte und Live-Daten der Photovoltaikanlage auf dem Capitol Dietzenbach zur Verfügung.

Vom Datensatz zur eigenen Zukunftsfrage

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst viele Zahlen in einer Präsentation unterzubringen.

Die Schüler können aus acht Themenfeldern wählen – von Mobilität, Schulwegen und intelligenter Beleuchtung über Klima, Stadtgrün und Müllentsorgung bis zur Gestaltung öffentlicher Räume und der „Datenstadt der Zukunft“. Sie dürfen die Fragestellungen weiterentwickeln oder eigene Themen formulieren.

So entstehen Fragen wie:

  • Wie sieht der ideale Schulweg in Dietzenbach 2035 aus?
  • Wie kann Straßenbeleuchtung Sicherheit schaffen, Energie sparen und Natur schützen?
  • Wie kann Dietzenbach trotz Hitze und Trockenheit grün und lebenswert bleiben?
  • Wie sollte öffentlicher Raum aussehen, damit Jugendliche ihn gerne nutzen?
  • Wem gehören die Daten einer Smart City?
  • Was darf künstliche Intelligenz mit diesen Daten machen – und welche Entscheidungen sollten immer Menschen treffen?

Gerade beim Thema öffentlicher Raum kann auch der Dietzenbacher Jugendbeirat einbezogen werden. Damit können die Jugendlichen untersuchen, wie Jugendbeteiligung in ihrer Stadt funktioniert und wo sie sich mehr Mitsprache wünschen.

„Eine Smart City lebt nicht allein von Sensoren und Daten. Entscheidend ist, was wir daraus für die Menschen unserer Stadt machen. Deshalb freue ich mich besonders darauf, dass junge Dietzenbacherinnen und Dietzenbacher unsere Stadt mit ihren Augen betrachten, Fragen stellen und eigene Ideen für Dietzenbach 2035 entwickeln“, so Dr. Dieter Lang, Bürgermeister der Kreisstadt Dietzenbach.

Lernen heißt hier: verstehen, hinterfragen und selbst gestalten

Die Jugendlichen arbeiten in Teams nach der DigitalSchoolStory-Methode. Sie durchlaufen zwölf Schritte von Recherche und Themenfindung über Storytelling und Storyboard bis zu Produktion, Feedback und Präsentation.

Am Ende steht keine klassische Präsentation, sondern ein maximal 90-sekündiges Hochkantvideo. Die Teams sollen darin nicht Daten und Fakten aneinanderreihen, sondern eine Geschichte erzählen: beispielsweise einen Tag im Dietzenbach des Jahres 2035, ein konkretes Problem aus Sicht eines Jugendlichen oder ihre eigene Zukunftsidee für die Stadt.

„Für unsere Schüler wird Lernen hier sehr konkret. Sie arbeiten mit Daten aus ihrer eigenen Stadt, verbinden diese mit ihren Erfahrungen und entwickeln daraus eigene Fragen und Lösungen. Fachliches Lernen, Medienkompetenz und gesellschaftliche Beteiligung kommen so unmittelbar zusammen“, sagt Timo Schomburg, projektverantwortliche Lehrkraft der Ernst-Reuter-Schule.

Für Nina Mülhens, Mitgründerin und Geschäftsführerin von DigitalSchoolStory, liegt genau darin die besondere Stärke des Projekts:

„Nicht die Technik steht am Anfang, sondern die Frage: Was würde Dietzenbach für euch zu einer besseren Stadt machen? Jugendliche sollen Daten nicht einfach konsumieren. Sie sollen sie verstehen, hinterfragen und daraus eigene Ideen entwickeln. Wenn sie diese anschließend in eine 90-sekündige Geschichte übersetzen, verbinden wir Datenkompetenz und Medienkompetenz mit etwas ganz Entscheidendem: der Erfahrung, dass ihre Perspektive auf die Zukunft ihrer Stadt zählt.“

Viele Partner – ein gemeinsames Lernlabor

Damit die Schüler tatsächlich mit ihrer Stadt arbeiten können, bringen unterschiedliche Partner ihre Expertise ein.

Die Kreisstadt Dietzenbach und die Städtischen Betriebe öffnen gemeinsam mit dem Smart-City-Projektpartner [ui!] Urban Lighting Daten und Anwendungen für die schulische Nutzung. Je nach Themenfeld werden unter anderem Daten zu Verkehr, Beleuchtung, Wetter und Bodenfeuchtigkeit sowie, soweit verfügbar, zu Abfall und Parkraum aufbereitet. Hinzu kommen das Smart-City-Live-Dashboard und öffentlich zugängliche Klima- und Energiedaten auf der städtischen Homepage.

„Demokratie leben!“ ermöglicht die Umsetzung des Projekts finanziell und schlägt zugleich die Brücke zur demokratischen Beteiligung junger Menschen. Die Offenbach-Post begleitet das Projekt journalistisch im Rahmen von „Medienkompetenz heute!“.

Damit entsteht aus kommunaler Infrastruktur ein Lernraum: Daten, die ohnehin für die Entwicklung der Stadt erhoben werden, werden zugleich zur Grundlage für Bildung, Medienkompetenz und Jugendbeteiligung.

Auftakt an der Ernst-Reuter-Schule

Der offizielle Projektstart fand am Montag, 26. Oktober 2026, an der Ernst-Reuter-Schule statt. Gemeinsam mit den Schüler gaben Vertreter der Schule, der Kreisstadt, der Städtischen Betriebe, von „Demokratie leben!“ und DigitalSchoolStory den Startschuss.

Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Dr. Dieter Lang und Guido Schick, Betriebsleiter der Städtischen Betriebe Dietzenbach und Ansprechpartner für das Smart-City-Modellprojekt im Bereich Straßenbeleuchtung. Auch die Offenbach-Post begleitete den Auftakt.

Danach beginnt die eigentliche Arbeit der Jugendlichen: Dietzenbach heute verstehen und daraus ihre Geschichte für Dietzenbach 2035 entwickeln.

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Über DigitalSchoolStory

DieDigitalSchoolStory gGmbH befähigt seit 2020 Schüler:innen der Klassen 5 bis 13sowie Studierende, Lerninhalte kreativ in Kurzvideos à la TikTok oder Reels umzusetzen. Die Methode vermittelt Medienkompetenz, stärkt 4K+ Kompetenzen(Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration) und fördert demokratische Teilhabe und Ausdrucksfähigkeit. Eingesetzt wird die Lernmethode an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen. Sie wurde vom Fraunhofer-InstitutFIT wissenschaftlich evaluiert. Für ihr Wirken wurde die Organisation 2023 mit dem Corporate Digital Responsibility Award ausgezeichnet und zählt zu denBundespreisträgern des startsocial-Wettbewerbs 2023/24. Die Schirmherrschaft teilen sich seit 2025 Dr. Fabian Mehring, Bayerischer Digitalminister, undJutta Croll, Vorstand der Stiftung Digitale Chancen und renommierte Expertin für Kinderrechte im digitalen Raum. Gemeinsam stehen sie für die zentralenWirkungsfelder von DigitalSchoolStory: digitale Bildung und Kinderrechte im digitalen Raum.
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Kontakt für Medien:
Nina Mülhens
Mobil 0176 22507174

presse@digitalschoolstory.de

www.digitalschoolstory.de

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