Schule als sicherer Lern- und Erfahrungsraum: Am Goethe-Gymnasium setzen sich Jugendliche mit Cybermobbing, Cybergrooming, Mediensucht, Fake News und digitalen Grenzüberschreitungen auseinander.


Das Netz als sicherer Ort: Wenn Schüler:innen selbst zu Aufklärer:innen werden Wie erkennt man Fake News? Warum wird Cybermobbing häufig unterschätzt? Wann wird Mediennutzung zur Belastung – und was kann ich tun, wenn jemand online belästigt oder ausgegrenzt wird? Mit diesen Fragen beschäftigten sich drei 10. Klassen des Goethe-Gymnasiums Demmin über mehrere Wochen intensiv. Möglich wurde das Projekt durch die Förderung der Deutschen Postcode Lotterie sowie die Zusammenarbeit von DigitalSchoolStory und JUUUPORT. Statt Arbeitsblätter auszufüllen oder Vorträge zu hören, wurden die Jugendlichen selbst aktiv: Sie recherchierten, diskutierten Erfahrungen aus ihrer Lebenswelt, entwickelten Storylines und Storyboards und produzierten eigene Kurzvideos im Social-Media-Format. Die Aufgabe: komplexe digitale Risiken so aufzubereiten, dass andere Jugendliche sie verstehen, ernst nehmen – und wissen, wie sie reagieren können.
Im Mittelpunkt stand die wissenschaftlich evaluierte DigitalSchoolStory-Methode. Schritt für Schritt entwickelten die Schüler:innen in kleinen Teams ihre eigenen Geschichten – von der Recherche über Storytelling und Storyboard bis hin zu Dreh, Schnitt und Präsentation.
Die fachliche Grundlage lieferten die Materialien von JUUUPORT zu Themen wie Cybermobbing, Cybergrooming, Mediensucht, Fake News und digitalen Grenzüberschreitungen.
Schon in den ersten Projektstunden zeigte sich, wie nah diese Themen an der Lebenswelt der Jugendlichen sind. Viele Gruppen konnten Situationen aus dem eigenen Umfeld oder Freundeskreis einbringen. Daraus entstanden Fragen wie:
Aus den Antworten entwickelten die Jugendlichen kreative Kurzvideos für Gleichaltrige. Sie übernahmen dabei selbst Verantwortung für Recherche, Dramaturgie, Dreh und Schnitt.
Ein besonderes Highlight war der Austausch mit professionellen Social-Media-Creator:innen. In einer Q&A-Session erhielten die Teams Feedback zu ihren Ideen und erfuhren, wie Inhalte auf TikTok, Instagram oder YouTube verständlich, zielgruppengerecht und wirkungsvoll erzählt werden können.
Das Projekt machte deutlich: Medienkompetenz entsteht nicht allein durch Regeln oder theoretisches Wissen. Entscheidend ist, Jugendlichen Räume zu geben, in denen sie selbst ausprobieren, hinterfragen, gestalten und Verantwortung übernehmen können.
Die Schüler:innen lernten, Informationen kritisch zu prüfen, digitale Risiken frühzeitig zu erkennen und das eigene Verhalten im Netz zu reflektieren. Gleichzeitig stärkten sie Kompetenzen, die weit über Medienbildung hinausreichen:
Kommunikation. Kreativität. Kritisches Denken. Kollaboration. Medienkompetenz.
Indem die Jugendlichen selbst Inhalte für andere Jugendliche entwickelten, wechselten sie die Perspektive: von Konsument:innen digitaler Inhalte zu aktiven Gestalter:innen einer respektvollen digitalen Kultur.
Das Projekt zeigt, wie zeitgemäße Präventionsarbeit aussehen kann: lebensnah, kreativ und auf Augenhöhe.
Jugendliche beschäftigen sich nicht nur theoretisch mit digitalen Risiken, sondern entwickeln selbst Lösungen und Botschaften, die ihre eigene Generation erreichen. Das stärkt nicht nur Wissen, sondern auch Selbstwirksamkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Gleichzeitig entsteht ein geschützter Raum für Themen, die im Alltag von Jugendlichen häufig präsent sind, im Unterricht aber nicht immer selbstverständlich angesprochen werden. Eigene Erfahrungen können reflektiert, unterschiedliche Perspektiven diskutiert und konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden.
So wird Prävention zu einem aktiven Lernprozess – von Schüler:innen für Schüler:innen.
„Am Anfang dachte ich, Cybermobbing kennen wir doch alle. Aber erst bei der Arbeit am Video habe ich verstanden, wie stark einzelne Kommentare Menschen verletzen können.“
„Wir haben gelernt, wie schnell man auf Fake News hereinfallen kann. Jetzt prüfe ich Informationen viel genauer als vorher.“
„Cool war, dass wir nicht nur über Probleme gesprochen haben, sondern selbst etwas entwickeln konnten, das anderen Jugendlichen hilft.“
Präventionsarbeit kann weit über einzelne Unterrichtsstunden hinaus wirken. Schule wird zu einem Ort, an dem Jugendliche lernen, digitale Entwicklungen nicht nur zu konsumieren, sondern einzuordnen und aktiv mitzugestalten.
Das bedeutet:
Digitale Risiken verstehen: Cybermobbing, Cybergrooming, Fake News oder problematische Mediennutzung erkennen und einordnen.
Selbstwirksamkeit stärken: Jugendliche erleben, dass sie selbst etwas verändern und anderen helfen können.
Verantwortung übernehmen: Das eigene Verhalten im digitalen Raum reflektieren und einen respektvollen Umgang miteinander gestalten.
Peer-to-Peer-Prävention ermöglichen: Jugendliche entwickeln Inhalte, die andere Jugendliche in ihrer Sprache und Lebenswelt erreichen.
Zukunftskompetenzen fördern: Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Medienkompetenz werden praktisch trainiert.
Kurz:
Digitale Prävention funktioniert besonders dann, wenn Jugendliche nicht nur Adressat:innen sind, sondern selbst zu Gestalter:innen werden.
Von Cybermobbing bis Fake News: Prävention aus der Perspektive von Schüler:innen
DigitalSchoolStory und JUUUPORT am Goethe-Gymnasium Demmin
Drei 10. Klassen beschäftigen sich mit Themen, die ihren digitalen Alltag unmittelbar prägen. Mit der DigitalSchoolStory-Methode und den Beratungs- und Aufklärungsmaterialien von JUUUPORT recherchieren sie digitale Risiken, entwickeln eigene Geschichten und produzieren daraus Kurzvideos für Gleichaltrige.
So verbindet das Projekt Prävention mit aktiver Medienarbeit: Jugendliche lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen, Verantwortung im Netz zu übernehmen und ihr Wissen so aufzubereiten, dass andere davon profitieren können.
Die Förderung der Deutschen Postcode Lotterie ermöglicht es, diese Form der Präventionsarbeit direkt in die Schulen zu bringen.
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Digitale Risiken verstehen – ein Medienprojekt der 10. Klassen
„Die Schülerinnen und Schüler waren von Anfang an deutlich engagierter als in klassischen Unterrichtsformaten. Besonders beeindruckt hat mich, wie offen sie über eigene Erfahrungen gesprochen und daraus kreative Lösungen entwickelt haben. Die Verbindung aus Medienbildung, Prävention und eigener Medienproduktion schafft eine Relevanz, die Jugendliche unmittelbar erreicht.“



